Wie wirkt CBD im menschlichen Gehirn?
Autor: Eva Keller
Aktualisiert am 10. März 2025
CBD (Cannabidiol) ist eines der Haupt-Cannabinoide in der Hanfpflanze, das aufgrund seiner Wirkung auf das menschliche Gehirn große Aufmerksamkeit von Wissenschaftlern erhalten hat. Studien zeigen, dass CBD kognitive Funktionen, emotionale Regulation positiv beeinflussen und einige neurologische Störungen lindern kann. Doch wie genau wirkt es und welchen Einfluss hat es auf das Gehirn?
Interaktion von CBD mit dem Gehirn
CBD beeinflusst das Endocannabinoid-System (ECS), das eine Schlüsselrolle bei der Regulierung von Stimmung, Gedächtnis, Schmerz und Entzündungsprozessen spielt. Im Gegensatz zu THC ruft es keine psychoaktiven Effekte hervor, da es sich nicht direkt an die CB1-Rezeptoren im Gehirn bindet. Stattdessen wirkt es auf andere Rezeptoren und Neurotransmitter, was zu seinen therapeutischen Wirkungen führt.
Studien deuten darauf hin, dass CBD mit folgenden Rezeptoren interagiert:
✅ Serotonin-Rezeptoren (5-HT1A) – hilft bei der Regulierung von Angst und Stress. Die Stimulation dieses Rezeptors kann zu antidepressiven und angstlösenden Wirkungen beitragen.
✅ GABA-Rezeptoren – trägt zur Beruhigung bei und kann bei Schlaflosigkeit helfen. GABA ist der wichtigste hemmende Neurotransmitter im Gehirn, und durch seine Aktivität kann CBD die übermäßige Erregbarkeit von Neuronen verringern.
✅ Vanilloid-Rezeptoren (TRPV1) – beteiligt an der Schmerzempfindung und kann eine Rolle bei der Regulierung von Entzündungsprozessen im Gehirn spielen.
✅ Glutamat-Rezeptoren – helfen bei der Regulierung der synaptischen Plastizität und schützen Neuronen vor Exzitotoxizität.
✅ Dopamin-System – kann sich positiv auf Konzentration, Motivation und kognitive Leistungsfähigkeit auswirken.
CBD und kognitive Funktionen
In den letzten Jahren wurden mehrere Studien veröffentlicht, die darauf hindeuten, dass CBD das Gehirn vor neurodegenerativen Prozessen schützen kann. Zu den Hauptvorteilen gehören:
🧠 Schutz der Gehirnzellen – Studien zeigen, dass CBD als starkes Antioxidans wirkt und Neuronen vor oxidativem Stress und Entzündungen schützen kann.
💡 Unterstützung von Gedächtnis und Konzentration – Einige Studien legen nahe, dass CBD die Konzentration verbessern und die Neurogenese (Bildung neuer Neuronen im Gehirn) fördern kann.
😌 Reduzierung von Stress und Angst – Durch die Beeinflussung der Serotonin-Rezeptoren kann CBD helfen, Stressreaktionen zu regulieren und zur emotionalen Stabilität beizutragen.
CBD und neurologische Störungen
CBD wird zunehmend als potenzielles Mittel zur Unterstützung der Behandlung verschiedener neurologischer Erkrankungen erforscht, darunter:
- Epilepsie – Die FDA hat das Medikament Epidiolex zugelassen, das CBD enthält und Patienten mit schweren Formen von Epilepsie hilft.
- Parkinson-Krankheit – Studien deuten darauf hin, dass CBD helfen kann, Zittern, Steifheit und andere motorische Symptome zu lindern.
- Alzheimer-Krankheit – Einige Studien zeigen, dass CBD Neuronen vor Degeneration schützen und kognitive Funktionen unterstützen kann.
- Angststörungen und PTSD – CBD kann helfen, übermäßige Stressreaktionen zu reduzieren, den Cortisolspiegel zu regulieren und emotionale Stabilität zu fördern.
CBD und Schlaf
Schlaf ist entscheidend für die ordnungsgemäße Funktion des Gehirns, und genau hier kann CBD eine bedeutende Rolle spielen. Durch seine Fähigkeit, GABA-Rezeptoren und das Serotonin-System zu beeinflussen, kann es die Schlafqualität verbessern, indem es:
🌙 Angst reduziert, die oft das Einschlafen verhindert.
💤 Tiefere Schlafphasen unterstützt und den zirkadianen Rhythmus reguliert.
⚡ Schmerzen lindert, die den Schlaf stören können.
Potenzielle therapeutische Anwendungen
CBD wird zunehmend als mögliche Unterstützung bei der Behandlung verschiedener neurologischer und psychischer Erkrankungen eingesetzt. Aufgrund seiner entzündungshemmenden, neuroprotektiven und angstlösenden Eigenschaften kann es hilfreich sein bei:
- Behandlung von Angst und Depression – Durch die Interaktion mit Serotonin- und GABA-Rezeptoren kann CBD Angst reduzieren und die Stimmung verbessern.
- Antiepileptische Wirkungen – CBD wurde für die Behandlung bestimmter Formen von Epilepsie wie das Dravet-Syndrom und das Lennox-Gastaut-Syndrom zugelassen, da es Glutamat-Rezeptoren und andere neuronale Bahnen modulieren kann.
- Neuroprotektion – CBD kann das Gehirn vor Schäden durch Entzündungen und oxidativen Stress schützen, was bei der Prävention und Behandlung neurodegenerativer Erkrankungen nützlich sein kann.
- Schmerzlinderung – Die entzündungshemmenden und schmerzlindernden Eigenschaften von CBD können bei der Behandlung chronischer Schmerzen hilfreich sein.
Studie: Antipsychotische Wirkung von CBD im menschlichen Gehirn!
Eine in London durchgeführte Studie hat erstmals das Gehirn eines Patienten mit Psychose unter dem Einfluss von Cannabidiol (CBD) untersucht. Die Studie demonstriert das antipsychotische Potenzial von CBD.
Psychose ist ein schwerwiegender psychischer Zustand, der als Unfähigkeit definiert werden kann, sich an die Realität anzupassen. Es ist im Wesentlichen eine Dissoziation zwischen Wahrnehmung, Verhalten und Erleben. Psychosen werden meist mit synthetischen Medikamenten behandelt – doch CBD könnte dies möglicherweise verändern!
Die Studie untersuchte 13 Patienten mit Psychose. Jeder Patient nahm an zwei Sitzungen teil – einmal mit Placebo und einmal mit CBD.
Ein Vergleich von Patienten mit Psychose unter Placebo mit einer gesunden Kontrollgruppe zeigte signifikante Unterschiede in der funktionellen Konnektivität zwischen dem Striatum (tief gelegene graue Substanz im Endhirn) und dem Hippocampus (Teil des Großhirns). Unter dem Einfluss von CBD wurde diese gestörte Konnektivität jedoch deutlich reduziert.
„Diese Studie liefert wichtige Erkenntnisse über die Mechanismen im Gehirn, die die antipsychotischen Wirkungen von CBD verursachen“, erklärt Studienautor Sagnik Bhattacharyya.
„Sie bestätigt das antipsychotische Potenzial von CBD, indem sie zeigt, dass es auf Gehirnregionen abzielt, die an Psychosen beteiligt sind, und dass bereits eine einzige Dosis einige der zugrunde liegenden Veränderungen in der Gehirnfunktion mildern kann.“
Die Studie legt nahe, dass CBD die Aktivität in präfrontalen und mediotemporalen Hirnregionen bei Patienten mit Psychose normalisieren kann. Zudem wurde in der Studie eine vorübergehende Reduktion psychotischer Symptome nach einer Einzeldosis CBD beobachtet.
Diese Forschung liefert wertvolle Erkenntnisse über die wachsende Bedeutung der antipsychotischen Wirkungen von CBD, insbesondere vor dem Hintergrund der zunehmenden weltweiten Legalisierung von Cannabis.
Die gesamte Studie ist hier einsehbar.
Ist CBD sicher für das Gehirn?
Wissenschaftliche Studien zeigen, dass CBD gut verträglich ist und nur minimale Nebenwirkungen hat.
Allgemeine Zusammenfassung der CBD-Wirkung auf das menschliche Gehirn
CBD ist eine faszinierende natürliche Substanz mit einem breiten Spektrum positiver Wirkungen auf das Gehirn. Ob es um Stressabbau, Gedächtnisförderung, besseren Schlaf oder neuronalen Schutz geht – sein Potenzial ist enorm und wird zunehmend durch wissenschaftliche Studien gestützt. Dennoch ist es wichtig, qualitativ hochwertige CBD-Produkte zu wählen und mit einer niedrigen Dosierung zu beginnen.